Guida Alla Versilia



La Certosa di Calci (Pisa)

Die Kartause von Calci bei Pisa wurde 1366 gegründet. Pietro Mirante Hàndler von Pisa, ernannte mit einem, am 16. März jenes Jahres abgefassten Testament, den Geistlichen Nino zum Alleinerben. Dieser befolgte den Willen des Verstorbenen, eine Kartause bauen zu lassen, und erhielt im Mai des darauffolgenden Jahres die Zustimmung des Generalkapitels des Kartausenordens und des Erzbischofs von Pisa.

Die Entwürfe für den Bau schufen die Mönche größtenteils selbst, da sie die Tragweite der organisatorischen, religiösen und verwaltungstechnischen Probleme des Lebens innerhalb der Kartause besser beurteilen konnten. Dabei standen ihnen Architekten und Künstler verschiedener Herkunft zur Seite. Die zweifache Bedeutung des Einsiedler- und Klosterlebens, die sich architektonisch in der Wechselbeziehung zwischen Stätten der Meditation und Stätten der Begegnung ausdrückt, wird hier auch von ihren zwei Sinnbildern, der Zelle und der Kirche vertreten.

Die Kartause weist in ihrer Gesamtheit einen einheitlichen Charakter auf, der auch beim dort untergebrachten Museum zu bemerken ist. Durch den Eindruck, den Räumlichkeiten und Einrichtung vermitteln, ist uns die Möglichkeit gegeben, einen Einblick in das Leben der Kartause zu gewinnen.

Ein Teil der Ausstattung und der Gebrauchsgegenstände ist infolge der Auflösung des Klosters, die sich im Jahre 1808 zur Zeit Napoleons ereignet hat, leider verlorengegangen, übrig geblieben sind hingegen die Einrichtungsgegenstände aus den heiligen Stätten (Kirche und Kapelle) und aus den repräsentativen Örtlichkeiten (Fremdenherbergen, Refektorien und Mönchszellen).

Die für ihr künstlerisches Niveau bedeutendsten Bilder sind an den jeweiligen Altaren zu sehen. Darunter haben wir z. B. des Gemälde „La Madonna cui S. Bruno offre la Certosa“ („Die Madonna, der vom Heiligen Bruno die Kartause angeboten wird“). Dieses Werk wurde 1681 für den Hauptkirchenaltar von Baldassarre Franceschini aus Volterra ausgeführt. Erwähnenswert ist auch das, in der Kapelle des St. Bruno untergebrachte Gemälde, auf dem der Heilige selbst, in Kontemplation versunken, abgebildet ist (1623-26). Es ist ein Werk von Jacopo Vignali, auch wenn es gewöhnlich dem Vanni zugeschrieben wird.

Interessant ist auch das von Agostino Veracini für den Kapitelkapellenaltar angefertigte Werk, das im Archiv der Kartause dokumentiert ist. Veracini führte es 1751 aus: Es stellt den Seligen Niccolò Albergati, den Heiligen Francesco di Sales und den Heiligen Gorgonio dar.

Wenn man die Verzeichnisse aus dem XIX. Jahrhundert durchblättert, stößt man häufiger auf eine allgemeine Zuschreibung der Florentiner Schule, mit besonderem Hinweis auf die Schule des Bernardino Poccetti, wenn nicht sogar auf diesen Maler selbst. Dieses Beharren auf seine direkte oder indirekte Urheberschaft ist vielleicht aus der Tatsache zu erklären, daß er sich Anfang des XVII. Jahrhunderts in der Kartause aufhielt, nachdem er das Presbyterium des Kartäuserklosters von Florenz mit Fresken ausgemalt hatte (1591).

Information zur Besichtigung:
Certosa di Calci
Via Roma, Calci
Tel: (0039) 050/938430
Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 8:30 bis 18:30; es gibt stündliche Führungen.
sonntags und an Feiertagen von 8:30 bis 12:30
Die Kartause ist montags, 25.12, 01.01 und 01.05 geschlossen.
Eintritt: € 4,00; ermäßigtes Ticket: € 2,00

Extra Tipp:

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Kontakt:
Fattoria Fibbiano
Via Fibbiano 2
56030 Terricciola (Pisa)
Tel: (0039) 0587 635 677
e-mail: info@fattoria-fibbiano.it
web: http://fattoria-fibbiano.it/de/


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